pfui! - Katharina Pachta
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pfui!

 

pfui!

 

ich geh wandern. nix großes. nur zwei bis drei stunden flitz ich mal schnell einen berg rauf. lüfte die beine. das gemüt. die lungen. ich liebe das. einfach so loszusprinten und irgendwann irgendwo zu landen. das wichtigste ist. oben zu landen. mit einem rundumblick. der dich umhaut.

so spurte ich los. alles geht glatt. ich finde den einstieg. der weg verläuft in feinen serpentinen gipfelwärts. eine gute tour. um mich einzuschwingen. die erste tour heuer. es geht gut. ich bin in meiner kraft. muss gar nicht viel schnaufen. und oben ist es wie erwartet ganz wunderbar.

bevor es mich umhaut. lass ich mich ins gras plumpsen und den blick schweifen. dabei fällt mir auf. dass gras in diesen höhen immer fluffig weich aussieht. aber kaum sitzt du. piekst es durch die hose. da brauchst eine unterlage. sonst hältst es nicht lang aus. oder ist mein hinterteil so empfindlich geworden. ich sinniere darüber nach und betrachte das panorama.

ich versuche. die berge zu benennen. aber da bin ich ganz schlecht. schau in die karte. vergleiche mit den zipfeln vor mir. google sogar einen besonderen spitz. oarg. dass man sogar hier empfang hat. aber das macht mich trotzdem nicht schlauer. egal. schön schauen sie aus. die berge hier.

ich esse ein paar mandeln. trinke das abgezapfte gebirgswasser. strecke mich probeweise im gras aus. aber das piekst am oberkörper genauso. also pack ich mich und trolle mich ins tal. obwohl die sonne und der weite blick mich festhalten wollen. aber der hunger ruft.

ich trudle den schmalen weg abwärts. mann mit hund kommen entgegen. der hund an langer leine. ich atme flacher. halte bei hunden immer ein wenig die luft an. hat mich doch mal einer als kind ins handgelenk gebissen. während ich vertrauensvoll vorbeigegangen bin. dieses erlebnis sitzt noch immer tief. ich traue tieren nur bedingt.

der mann kommt näher. der hund zieht in meine richtung. eine mischung aus großem hund und vielen haaren. schaut freundlich. ich hebe dennoch meine hände richtung kopf. drücke die ellbogen an den körper und wir schieben auf dem schmalen pfad aneinander vorbei. die hundenase beschnuppert mich. der mann sagt „pfui“.

ich stocke im schritt. bin irritiert. drehe mich um. rufe hinterher „ich bin aber nicht pfui!“ jetzt stockt der mann im schritt. dreht sich um. sagt oh. sagt entschuldigung. stottert. ist verwirrt. sagt das hab ich ja nur zum hund gesagt. tut mir leid. das wollte ich nicht. das ist ein befehl.

ich lache.

hebe die hand.

winke zum abschied.

das musste einfach mal gesagt werden. 💕