scheidungen - Katharina Pachta
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scheidungen

 

scheidungen

 

ich kann mir eine scheidung nicht leisten. sagte vor kurzem jemand zu mir. nein. es war keine frau. es war ein mann. frauen würden anderes sagen. so etwas wie. eine scheidung schaffe ich nicht. wie soll das gehen. das geht sich finanziell nicht aus. ich warte noch. bis die kinder groß sind.

was mich bei dieser aussage stutzig machte. ist. dass scheinbar sowohl männer als auch frauen trennungsskrupel aus denselben gründen haben. männer bringen es nur anders auf den punkt. aber letztlich geht es bei trennungen offensichtlich vor allem um finanzielles. ob und dass es sich ausgeht.

ich hab das auch mal gesagt. das ein oder andere. vor meiner scheidung. vor meiner trennung. vor der richtigen trennung. ich konnte es mir partout nicht vorstellen. meinen mann zu verlassen ohne finanziell total abzukacken. als selbstständige mit zwei kindern. wie soll das bitte gehen.

und dann. ein paar monde später. ging es doch. nicht schwuppdiwupp. so nebenbei. sondern mit überlegung. begleitung. mediation. immer wieder nachjustieren. klar. beide voller angst. über den tisch gezogen. ausgenommen zu werden. aber letztlich haben wir uns gefunden. friedlich.

es ist keine leichte gschicht. eine lang dauernde geschichte zu lösen. das macht man nicht so nebenbei. über nacht. zumindest ich nicht. und es war gut so. für mich selbst. für uns. für die kinder. wir haben geweint. manchmal haben wir gelacht. aus verlegenheit. oder unvermögen.

aber letztlich wurden wir gut geschieden. beide seiten stellten forderungen. beide seiten gaben nach. beide seiten hatten schmerz. es ging nicht um schuldig oder unschuldig. oder wer gehen wollte. es hat einfach weh getan. dass zwanzig gemeinsame jahre zu ende gehen. so ist das.

ich hätte mir vorher nicht vorstellen können. dass es so weh tut. aber ich hätte mir auch nie vorstellen können. dass das jemals passieren würde. wir wollten doch gemeinsam alt werden. und ich hätte mir niemals vorstellen können. dass ich eine scheidung und alles damit verbundene schaffe.

aber es ging.

alles. wirklich alles. schritt für schritt. es geht immer alles. wenn man nicht den ganzen berg betrachtet. sondern nur das ziel vor augen hat und den nächsten notwendigen schritt geht. mehr muss man nicht tun. niemals. das ist nicht nur bei scheidungen so. das ist generell so im leben.

wichtig ist der nächste schritt.

ich kann es mir nicht leisten oder das schaff ich nicht. ist kein argument. das sagt der kopf. frag doch lieber dein herz. das herz sagt selten. juhu. ich bleibe gerne unglücklich. das herz möchte IMMER ein helles. fröhliches. leichtes leben. auch wenn das WIE ein großes fragezeichen ist.

aber für das WIE bist du nie zuständig.

folge deinem herzen.

der rest fügt sich. 💕