ernst nehmen - Katharina Pachta
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ernst nehmen

 

ernst nehmen

 

wie einfach ist es. grantig zu sein. die schuld auf die vielen verpflichtungen. die lästigen kinder. das frühe aufstehen. die jammernde mutter. die nervige freundin. den zahnarzt. die weltlage. das klima. den regen zu schieben.

hab ich auch lang gemacht. viele jahre waren immer die anderen. die umstände. das geld. dinge im außen der grund. warum ich nicht meinen weg gegangen bin. ich hatte viele ausreden parat. die ich aber nicht als ausreden wahrgenommen hab. sondern als die wahrheit.

wie leicht ist es. sich in den sack zu lügen. ich kann das auch heute noch. bin grantig auf die liebste. werfe ihr vor. dass ich ihretwegen die dinge nicht mache. die ich gerne machen möchte. da kann ich mich so richtig reinsteigern und ihr und uns das leben schwer machen.

wenn ich nicht darauf achte. meine dinge. in meinem tempo. mit der spontanität zu machen. die ich grad brauche. werde ich grantig. dann passt irgendwann gar nichts mehr. dann finde ich das neue haus. den garten. mich selbst grottenschirch. mühsam. ätzend. und die liebste sowieso.

da wieder runterkommen. ist nicht einfach. meistens geh ich mir selbst in meinem grant auf die nerven. oder ich weiß schon gar nicht mehr. was ich will. oder mir geht dann einfach alles auf den keks. ich könnte schreien vor frust und wut. weil ich nicht weiß. wohin mit mir. oder was zu tun ist.

manchmal pöbel ich die liebste an. finde irgendetwas an ihr. das mir nicht passt. aber die kennt das schon und spielt den ball zurück. dann sagt sie so gscheite dinge wie. geh bitte. das ist jetzt deine geschichte. und ich bin ganz schnell wieder ruhig. weil sie hat ja recht. totally.

ich bin unleidlich. weil ich mit mir selbst hadere. mein grant hat mit nix und niemandem zu tun außer mit mir selbst. weil ich mich nicht ernst nehme. das zu tun. wonach mir ist. pause oder auslaufen oder voll reinhackeln oder emails schreiben oder lazy in der sonne sitzen oder ein eis essen.

wenn ich das kapiert hab. ist es wieder ok. ich glaub das manchmal selbst nicht. trau dem frieden nicht. aber ich fang einfach irgendwo an. wonach mir grad ist. das dümmste darf sein. und von dem hangle ich mich weiter. bis ich plötzlich merke. da ist kein grant mehr.

ich bin wieder friedlich.

ganz in meiner mitte.

mag mich und die welt.

und die liebste sowieso.

sich selber ernst nehmen. ist die devise. 💕